Künstlerischer Werdegang

 

 

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – ein
jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt…

So oder so ähnlich geht es mir wenn ich an meinen künstlerischen Werdegang denke. Schon immer – und das seit den frühen Kindertagen – üben Farben und Pinsel eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Während andere Kinder immer draußen sein wollten um zu spielen, wollte ich raus um die Welt um mich zu beobachten. Dann habe ich mich zurückgezogen um zu malen. Bäume, Tiere, Landschaften, die Sonne, Blumen und alles was so um mich herum war. An meinen “Maltagen” hat man mich fast den ganzen Tag nicht zu Gesicht bekommen. Um mich herum gab es viel zu sehen – ich wuchs in einem kleinen Dorf in der Zentralukraine auf. Es gab viele Bauernhöfe und viele unberührte Landschaften. Teilweise hole ich mir meine Inspiration noch heute aus diesen wunderschönen Erinnerungen.

Meine Jugendzeit habe ich dann in Österreich verbracht. In meiner Schulzeit liebte ich den Kunstunterricht natürlich sehr und manch einer fand meine Arbeiten wohl auch ganz gut – aber ich selber? Naja, vielleicht bin ich nicht ganz unbegabt aber für einen beruflichen Werdegang wird es wohl nicht reichen dachte ich mir. Auch meine Eltern fanden, dass Künstler zu sein wohl ein brotloser Beruf ist und man doch ohnehin erst Geld damit verdient wenn man tot ist. Und so entschied ich mich dafür, lieber Wirtschaft zu studieren einem zahlenlastigen Beruf in einem Konzern nachzugehen, bei dem man “seine Wohnung sicher bezahlen wird können”. Und obwohl mir auch mein Beruf in der Firma Freude bereitet und ich mich gerne im analytischen Denken übe, brauche ich wohl nicht zu sagen, dass das Malen den größten Ausgleich für mich bedeutet. Es entspannt mich, die Zeit wird unwichtig und verschwimmt. Gestern oder morgen sind egal – was zählt ist der Moment. Man wird eins mit der Welt die man gerade auf der Leinwand erschafft und kann dabei alles erschaffen was man will. Die Farben spielen miteinander und ich spiele mit den Farben. Dabei bleibt immer der Weg das Ziel – ein Gemälde besteht aus vielen Pinselstrichen, die zusammen ein Ganzes ergeben. Davon ist jeder einzelne Pinselstrich ein kleiner Schritt des Weges.

Alleine beim Schreiben dieses Textes merke ich, dass mein Herz höher zu schlagen beginnt und meine Finger zum Kribbeln anfangen um wieder zum Pinsel zu greifen anstatt weiterzuschreiben. Die Frage die sich für euch liebe Besucher meiner Homepage nun wahrscheinlich aber stellt ist, wie ich denn nun dazu komme, meine Leidenschaft nun professioneller ausüben zu wollen.
Um ehrlich zu sein, haben mich die letzten Monate bzw. die Karanzzeit mit meinem kleinen Sohn dazu gebracht – ich bin was viele Dinge anbelangt in dieser Zeit über mich hinausgewachsen und gehe in meiner Rolle als Mama auf. Eines hätte ich mir vor der Zeit mit meinem Kind jedoch nicht gedacht – früher dachte ich, ich muss meinem Kind die Welt zeigen, bis ich draufgekommen bin, dass mein Kind sie eigentlich mir zeigt. Mein kleiner Junge sieht sich jedes Blatt und jeden Stein an, jedes Tier fasziniert ihn und an jedem Grashalm wird gezupft. Er beobachtet wie die Bäume vom Wind gerüttelt werden und findet Freude an jeder Jahreszeit, sei es noch so kalt oder nass. Das erinnert mich stark an mich selber und an die Dinge, die ich eingangs beschrieben habe – einfach beobachten und nicht zu viel darüber nachdenken… Einfach machen anstatt viel zu planen. Einfach den ersten Schritt setzen so wie ein kleines Kind. Der Rest kommt von selber. Das Leben kann so einfach sein…

Aus meinen Selbstzweifeln ist nun die Überzeugung geworden, dass sowieso nicht ich selber darüber entscheide was Kunst ist oder was es wert ist gesehen zu werden oder eben auch nicht. Während andere darüber ihr Urteil fällen sollen, werde ich es halten wie Andy Warhol schon sagte:

“Denke nicht an das Erschaffen von Kunst, sondern mach es einfach. Lass alle anderen entscheiden, ob es gut oder schlecht ist, ob sie es lieben oder hassen. Während sie sich darüber entscheiden, erschaffe noch mehr Kunst.”